Zahntechnik: Materialien


[ Amalgam | Gold | Titan | Silber | Palladium ]
[ Legierungen | Keramik | Aluminiumoxidkeramik | Kunststoff ]

 

Im Dentallabor kommen zur Herstellung von Zahnersatz die verschiedensten Materialien zur Anwendung deren Auswahl deshalb einen wichtigen Faktor darstellt.

Bei dem Einsatz der Materialien ist zu berücksichtigen, daß:

 

Amalgam

Amalgam ist eines der ältesten und bewährtesten Füllungsmaterialien in der Zahnheilkunde. Landläufig als "Plomben" bezeichnet ist es schon seit über 100 Jahren in Gebrauch. Es ist besteht zum einen aus Feilungspulver von Silber, Kupfer und Zinn, zum anderen aus Quecksilber. Diese Komponenten werden miteinander vermischt, so daß eine plastische Masse entsteht, die der Zahnarzt als Füllung einbringt und formt. Das Gemisch härtet wenig später bei Mundtemperatur langsam aus.

Auch heute noch, trotz Amalgamdiskussion, die Kritiker weisen hier auf die giftigen Anteile im Quecksilber hin, hat es seine Einsatzberechtigung in der Zahnheilkunde und findet Anwendung bei kariösen Defekten im Seitzahngebiet.

Im Hinblick auf das Preis-, Leistungsverhältnis konnte bis heute keine Alternative zum Amalgam gefunden werden.

 

Gold

Ein Edelmetall, dessen Verarbeitung seit Jahrtausenden bekannt ist und sich als über sehr lange Zeit als korrosionsbeständig bewährt hat. Ausgrabungen in Ägypten, Mexiko etc. haben dies vielfach bewiesen. Aus diesem Grund kommt es in der Zahnheilkunde und speziell in der Zahntechnik, seit Jahrhunderten mit großem Erfolg zur Anwendung. Zudem löst Gold keine allergischen Reaktionen aus.

Da reines Gold zu weich ist für die Verwendung im Zahnersatz, wird es mit anderen Metallen, wie z.B. Platin, verschmolzen. Diese Legierungen erhöhen u.a. die Biegefestigkeit und es entsteht ein hervorragendes Material für die Herstellung von Zahnersatz.

 

Titan

Titan ist eines der am häufigsten vorkommenden Metalle auf der Erde.

Die chemisch-physikalischen und biologischen Eigenschaften erlauben einen umfassenden Einsatz dieses Reinmetalls in der modernen Zahnprothetik sowie Medizin. Herzklappengerüste, Osteosynthese – Platten, Hüftgelenke und Implantate im Mund- und Rachenraum gehören heute zu den Einsatzgebieten.

Sein geringes Gewicht sowie hohe Biokompatibilität zeichnen dieses Material aus.

 

Silber

Ein sehr weiches Edelmetall, das in geringen Mengen Bestandteil von Edelmetall Legierungen ist.

Silber-Basis-Legierungen werden aufgrund der schlechten Mundbeständigkeit heute nur noch in provisorischem Zahnersatz verarbeitet.

Silber ist nach wie vor Bestandteil von Amalgamfüllungen.

 

Palladium

Es gehört zur Gruppe der Platinmetalle. Aufgrund seines relativ niedrigen Schmelzpunktes läßt es sich einfach verarbeiten, und ist durch seine Härte und Biegefestigkeit hoch belastbar.

Für viele Wissenschaftler und Metallurgen ist es nicht nachvollziehbar, daß Palladium in letzter Zeit als Allergieauslöser in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

 

Legierungen

Erst durch verschmelzen (legieren) von reinen Metallen, entstehen Legierungen, die für die Herstellung von Zahnersatz geeignet sind. Der Anteil der einzelnen Metalle variiert je nach Anwendungsbereich.

Legierungen sollten keine toxischen Substanzen wie Nickel, Cadmium oder Berryllium enthalten, um allergische Reaktionen weitgehend auszuschließen.

 

Keramik

Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Quarz und Feldspat.

Keramik ist ein extrem widerstandsfähiges Material, mit dem sich die Charakteristik des natürlichen Zahns mit allen Farbnuancen sehr exakt reproduzieren läßt.

Es eignet sich besonders zur Herstellung von Inlays und Vollkeramikkronen sowie zur Verblendung von Brücken oder Kronen und ist zudem absolut verfärbungssicher.

Die Keramik ist, aufgrund bewährter Herstellungsverfahren und unübertroffenen ästhetischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften, das Material der Wahl.

 

Aluminiumoxidkeramik

Als industriell hergestellte Vollkeramik besteht es aus dicht gesintertem Aluminiumoxid. Diese Art der Herstellung garantiert einen homogenen Werkstoff mit außergewöhnlicher Festigkeit, hoher Transluzenz und Biokompatibilität. Aufgrund dieser Eigenschaften findet es, auch unter hohen Belastungen, Einsatz im Seitenzahnbereich.

 

Kunststoff

Die verwendeten Kunststoffe bestehen aus organischen und anorganischen Teilen die je nach Einsatzgebiet variieren.

Plexiglasähnlich ist der rosarot eingefärbte Kunststoff zur Herstellung einer Vollprothese.

Zahnfarbene Kunststoffe eignen sich zur Herstellung von Verblendungen metallischer Kronen- und Brückengerüste, erreichen aber nicht die Haltbarkeit und optische Wirkung wie keramische Verblendungen.

Einsatzgebiet: Herausnehmbarer Zahnersatz, Kunststoffinlays, Epithesen, Teil- Vollprothesen, Verblendungen.